Mit der MSC-Splendida – einmal (fast) in die Arktis und zurück

Es war schon immer unser Traum gewesen, einmal mit dem Schiff nach Spitzbergen und ans Nordkap zu fahren. Diesen lang gehegten Wunsch haben wir uns in 2016 erfüllt. Ab Hamburg fuhren wir mit der MSC-Splendida über Bergen und Tromsoe zunächst nach Spitzbergen, dann zum Nordkap und über den Geiranger Fjord und Flam wieder zurück nach Hamburg.

Das Schiff kannten wir schon von einer Mittelmeerkreuzfahrt im Jahr 2010. Die Schiffsdaten in Kurzform: Ca. 330 m Länge, 18 Decks (davon 13 Passagierdecks), ca. 1600 Kabinen für – je nach Belegung – 3200 bis 4000 Reisende. Gegenüber früheren Kreuzfahrten hatte sich das Durchschnittsalter der Passagiere verringert, zumal etliche Jugendliche und Familien mit Kindern an Bord waren. Für die Freizeitgestaltung wird nahezu alles geboten ( div. Cafes und Bars, Spielcasino, Theater für über 1500 Zuschauer, Pools im Freien und in der Halle, großer Spabereich, Fitnesscenter, Geschäfte u.s.w.) Im Großen und Ganzen waren die Einrichtungen o.K. Überall wird den ganzen Tag geputzt und auf Sauberkeit geachtet. Die Währung an Bord ist der EURO; allerdings wird grundsätzlich mit der Cruisecard bezahlt und erst am Ende abgerechnet. Über TV in der Kabine kann man täglich seinen Kontostand kontrollieren und ist so einigermaßen vor Überraschungen sicher. Allgemein gilt an Bord legere Kleidung; für die Abendessen in den Restaurants mit Bedienung wird zwischen leger, elegant und Gala unterschieden, was aus meiner Sicht, besonders an den Galaabenden, was ja auch ein festlicher Anlass ist, leider von einigen Gästen in Freizeitkleidung nicht beachtet wird. Die Passagiere an Bord kamen überwiegend aus Deutschland und Italien. Aber auch große Gruppen aus der Schweiz, Spanien, Frankreich, Österreich und England waren vertreten. Eine typische Bordsprache gab es nicht. Alle Informationen erfolgen in deutsch, italienisch, englisch, französisch und spanisch. Auch für Behinderte ist – soweit ich als Nichtbehinderter feststellen konnte – gesorgt. Die Aufzüge sind entsprechend groß, es gibt auf den Decks überall Rampen und auch das Personal ist jederzeit hilfsbereit. Für Familien mit Kindern gibt es den Kidsclub, in dem in mehreren Gruppen Babys, Kleinkinder und grössere Kinder betreut werden können.

Schiffsbewertung MSC Splendida - SwarovskitreppeSchiffsbewertung MSC Splendida - SwarovskitreppeSchiffsbewertung MSC Splendida - Cafe

Unsere Kabine

Unsere Kabine lag auf Deck 13 im hinteren Teil direkt unter dem Büfettrestaurant Pago Pago. Dadurch bedingt waren von der Decke zeitweise Schritte oder auch Rollgeräusche von Servierwagen zu hören. Uns hat das allerdings in keinster Weise gestört. Wir hatten einen großen Balkon direkt unter einem weit ausladeneden Vorbau. Der kleine Nachteil – wir waren zwar wind- und regengeschützt – allerdings auch nach oben leicht sichtbehindert, was sich speziell bei den Fahrten in den Fjords zeigte. Die Kabine war ca. 20 m2 groß + ca. 2,5 m2 Bad.. Die Möbel waren o.K. Kleine Abnutzungserscheinungen haben uns nicht gestört. Ausstattung: TV (etwas zu kleiner Bildschirm – 8 deutschsprachige Programme), Telefon, Minibar, Zimmersafe mit Zahlencombi. Die Dusche war ausreichend groß, der Fön (fest mit dem Stromnetz verbunden) war allerdings außerhalb des Bades angebracht. Die Zimmerreinigung erfolgte sehr gründlich einmal täglich zu unserer vollsten Zufriedenheit; abends gab es den üblichen Kontrollgang. Dabei wurden Papierkörbe nochmals geleert, evt. gebrauchte Handtücher ersetzt und die Betten aufgedeckt.

Gastronomie

Es gibt 4 Restaurants mit Bedienung und 2 zusammenhängende Büfettrestaurants. Das Essen kann sich in den Bedienrestaurants jeder aus der Karte zusammenstellen. Die Menge ist ausreichend, die Qualität hatte noch Luft nach oben, was vor allen Dingen auf das Fleisch zutrifft. Die Getränkepreise liegen für Gäste ohne Getränkepaket im oberen Sektor (0,2 l Wein zwischen 4,50€ und 6,00€). Auch in den SB-Restaurants sollte mehr auf die Qualität der Gerichte geachtet werden. Nicht selten erwies sich das Fleisch als zäh und der Fisch als trocken (hängt vielleicht auch mit dem Warmhaltevorgang an den Ausgabestellen zusammen). Der Küchenstil war international geprägt mit Spezialitätenecken. Auf Sauberkeit und Hygiene wird geachtet. Die Tische werden in der Regel rasch abgeräumt und auch abgewischt. In den SB-Restaurants wird nur mit Plastikgeschirr bearbeitet. Dies trifft leider auch auf die Kaffeetassen und die Wein- und Biergläser zu. Wünschenswert wäre es, wenn das komplette Geschirr mal wieder auf Mängel überprüft würde. Einiges ist inzwischen angeschlagen und abgeplatzt. Das entspricht nicht dem Standart, den sich die Gesellschaft selbst stellt. Kleiderordnung: Büfett immer leger, übrige Restaurants Wechsel zwischen leger, elegant und Gala. Die Atmosphäre in den SB-Restaurants ist aufgrund der Größe etwas gewöhnungsbedürftig; insgesamt etwas laut und mit einem Hang zum Kantinencharakter. Wer in Ruhe frühstücken will (wie wir als Frühaufsteher), sollte dies vor 8:30 Uhr tun. Danach war es teilweise sehr chaotisch.

Schiffsbewertung MSC Splendida - Willkommensgruß - fast schon richtig geschriebenSchiffsbewertung MSC Splendida - FrühstücksbüffetSchiffsbewertung MSC Splendida - FrühstücksbüffetSchiffsbewertung MSC Splendida - FrühstücksbüffetSchiffsbewertung MSC Splendida - Frühstücksbüffet

Service

Mit dem Service auf dem Schiff waren wir insgesamt sehr zufrieden. Dies gilt für alle Bereiche, angefangen beim Einchecken, über den Zimmer- und Restaurantservice bis hin zu dem Deckpersonal. Die für uns zuständige Zimmerreinigung war sehr aufmerksam und auch gründlich. Mit Reklamationen wurde sehr professionell umgegangen. Bei uns war der Steckschacht defekt, der für das Auslösung der Zimmerbeleuchtung verantwortlich ist. Kein Problem – Austausch innerhalb weniger Minuten.

Sport Unterhaltung

Von den angebotenen Unterhaltungsmöglichkeiten haben wir primär die Angebote des Theaters (Vorträge und Shows) in Anspruch genommen. Die Darbietungen waren insgesamt gut und können auch weiterempfohlen werden. Sport- und Wellnessprogramme haben wir nicht in Anspruch genommen.

Landausflüge

Unsere Landausflüge auf Spitzbergen, zum Nordkap, am Geiranger und in Flam haben wir bereits in Deutschland vorausgebucht, da erfahrungsgemäß auf dem Schiff die Warteschlange am Buchungsschalter recht lang ist und bevorzugte Ausflüge auch recht schnell ausgebucht sein können. Eines bereits vorweg gesagt, alle Ausflüge im Norden sind ziemlich teuer, aber um die spezielle Landschaft kennen zu lernen unumgänglich. Die teuersten (Geiranger 129,–€ und Flam 145,–€) waren auch die besten. Zum Nordkap (75,–€ ) beinhaltet der Preis nur den Transfer, ist aber dennoch zu empfehlen. Total überteuert dagegen ist der von uns gebuchte Ausflug auf Spitzbergen (89,–€), der aus einer 5 km langen Busfahrt zu einem kleinen Museum und dem Besuch einer Huskiefarm in weiteren 2 km Entfernung bestand. In Bergen und Tromsoe waren wir auf eigene Faust unterwegs. In Bergen wurde dafür ein kostenloser Shuttlebus angeboten, in Tromsoe waren für den Transfer 15,–€ zu bezahlen. Allgemein waren wir von allen angesteuerten Orten begeistert. Das hing vielleicht auch etwas damit zusammen, dass wir zum ersten Mal in Norwegen waren und auch das Erlebnis „Mitternachtssonne“ erstmalig genießen durften.

Jede Station hat etwas für sich Besonderes:

Bergen als zweitgrößte Stadt Norwegens mit den unvergleichlichen Fassaden am Hafen im alten Ortsteil Bryggen

Tromsoe mit der Eiskathedrale

Longyearbyen auf Spitzbergen, der nördlichste Punkt unserer Reise, wo man sich frägt, was die Leute hier hält, vor allen Dingen, wenn es in den Wintermonaten nie hell wird

Honningsvag, der Ausgangspunkt für die Fahrt zum Nordkap, dem nördlichsten Punkt von Festlandeuropa

Der Geirangerfjord, der sich tief eingeschnitten über 200 km in das Landesinnere erstreckt und wo von senkrechten Abhängen unzählige Wasserfälle in die Tiefe stürzen

Wir können nur jedem empfehlen, diese Reise einmal auf sich zu nehmen. Uns hat Nordeuropa so gut gefallen, dass wir uns fest vorgenommen haben, nun auch die Ostsee mit Sankt Petersburg zu bereisen.

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